Und ist doch rund und schön

Siebzehn Reden von der Schönheit der buddhistisch-christlichen Begegnung

Hans-Bernd Zöllner

Kurzübersicht

Siebzehn Reden von der Schönheit der buddhistisch-christlichen Begegnung
ISBN: 978-3-938807-75-0
Veröffentlicht: Februar 2008, 1.. Auflage, Einband: Hardcover, Seiten 296, Format DIN A5, Gewicht 0.38 kg
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Und ist doch rund und schön

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Details

 

Buddhismus und Christentum ist dasThema, das die in diesem Band versammelten Vorträge miteinanderverbindet. Sie stammen aus den Jahren 1990 bis 1995 und sind in fünfVortragsreihen unterteilt, die das Thema unter sehr verschiedenenAspekten behandeln. Die erste Vortragsreihe fasst die siebenjährigenErfahrungen des Autors als Pfarrer im buddhistischen Thailand untereinem religionswissenschaftlichen Gesichtspunkt zusammen. Die„Einführung in die Alltagsmeditation“ versucht, so etwas wieein buddhistisch-christlich-universelles Lebensgefühlintellektuell zu entfalten. Im Gegensatz dazu sind die drei Vorträgeunter dem Thema „Hin & Weg“ eine Spielerei mit ost-westlichenGeschichten und einer dazu passenden Reise von West nach Ost undzurück. Es folgt das Ergebnis einer Imagination. Wie würdewohl ein gelehrter buddhistischer Mönch auf einem evangelischrenKirchentag zentrale Bibeltexte auslegen? Zum Schluss gibt es dreiReisen zur „anderen Seite des Mondes“,von denen sich der Titel des ganzen Buches herleitet.

 

Der Autor

Dr. Hans-Bernd Zöllner, geboren 1942, ist gelernter Theologe und war von1983 bis 1990 Pfarrer der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Thailand.1998 promovierte er am Fachbereich Orientalistik der Universität Hamburg miteiner Arbeit über die Unabhängigkeitsbewegungen Birmas und ihre Sicht derzeitgenössischen Welt. Seitdem ist er an verschiedenen Universitäten alsLehrbeauftragter mit den Schwerpunkten „Buddhismus“ und „Birma/Myanmar“ tätig.2006 veröffentlichte er eine Biographie des buddhistischen MönchsgelehrtenBuddhadasa Bhikkhu, der im vierten Vortrag dieses Bandes – imaginiert – zu Wortkommt.

Kontakt: http://www.zoellner-online.org/

 

 

Vorwort

OhneNeugier keine Wahrheit

Esgibt sicher zahllose Wege zur Wahrheit, aber es ist ebenso sicher,zwei davon besonders zu empfehlen. Der eine ist die allenthalben undallerorten zu stellende Frage: Warum sind die Dinge so, wie sie sind?Dieser Weg geht davon aus, dass Wahrheit gesucht werden muss. Derandere ist die Offenheit für das, was auf einen zukommt. DieserWeg geht davon aus, dass Wahrheit mich findet, wenn ich nicht suche.Die Münsterschwarzacher Benediktiner verweisen die Wanderer dagerne auf Rabindranath Tagore: „Die Nacht öffnet heimlich dieBlüten und lässt den Tag den Dank davontragen.“ BeideWege erfordern jedoch ein und dieselbe Arbeit – die Arbeit derständigen Übung. Das griechische Wort für Übungheißt Askese. Wege zur Wahrheit sind eine asketische Übung.Welche Wanderer wären also geeigneter dafür als Menschender Askese, also Nonnen und Mönche?

Vorsiebzehn Jahren begann Hans-Bernd Zöllner, damals neugierigerPfarrer der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde in Bangkok,öffentlich Vorträge zu halten über seine Begegnung mitder ältesten asketischen Kultur, die ununterbrochen bis heutelebendig ist – dem Buddhismus. Zur Vollendung seinesfünfundsechzigsten Lebensjahres werden hier siebzehn Reden fürHörer ohne jede Vorkenntnisse vorgestellt, die aus dieserbuddhistisch-christlichen Begegnung entstanden sind.

Derdeutsche christliche Theologe erfährt auf seiner Lebensreise indas fremde hinterindische Land, dass es der schweren Arbeit desDenkens bedarf, Antworten auf die Frage zu erhalten, warum die Dingeso sind, wie sie sind. Hans-Bernd Zöllner geht auf dem fremdenasiatischen Territorium nun innerlich auf Reisen, um die Antwortherauszufinden. Er tritt heraus aus seinem bekannten Gelände,der abrahamischen Religion der Juden, Christen und Muslime, dieunrettbar immer von Gott sprechen muß – und setzt den Fußauf fremdes religiöses Land. Es ist ein Land, in dem es seitJahrtausenden nicht üblich ist, von Gott zu sprechen. Dort lernter das Staunen über Jesus, den er mitgebracht hat und zu kennenglaubt. Das Kernland des südlichen Buddhismus, des Therawada,fordert ihm nämlich die permanente Übung desPerspektivenwechsels, des Positionswechsels ab. Dadurch gewinnt ereinen neuen Blick auf sein Heimatland, die christliche Theologie. Erwird auf diese Weise zu einem der ganz wenigen evangelischenTheologen in Deutschland, die den Weg in den Therawadbuddhimusgemacht haben – und wieder zurückgekommen sind mit frischemBlick auf Christentum und Buddhismus.

DerRedner wird zum Reiseführer für andere in diesemunbekannten Land des Buddhismus. Er nimmt sie mit auf ihrer Begegnungmit der fremden Tradition und auf ihrer Wiederbegegnung mit ihrerchristlichen Herkunft. Jedoch passiert ein Zwischenfall. Er wird vonder Wahrheit gefunden. Das geschah bei körperlicher Arbeit im„Garten der Befreiung“ in Südthailand, genannt Suan Mokkh.So heißt dort das Kloster des großen Reformators immodernen Buddhismus, Buddhadasa. Und die körperliche Arbeit ist– Meditation. Dabei lernt er die Sprache der Christen, die vonErlösung sprechen, mit der Sprache der Buddhisten, die vonBefreiung sprechen, in Beziehung zu setzen. Auf seinem Weg in denGarten der Befreiung nimmt er dann auch eine Reisegruppe derEvangelischen Akademie Hamburg mit. Der Weg muss gegangen, nicht nurgedacht werden. Weil ich damals christlich-theologischer Mitarbeitervon Buddhisten in Thailand war, stoße ich dazu.

Längstzurück als Pfarrer im Betongebirge des Osdorfer Borns, einerStadtrandsiedlung Hamburgs, entstehen nun weitere Versuche derAnnäherung an die Wirklichkeit, in kunstvollemPerspektivwechsel. So entsteht eine Lesart der Wirklichkeit nach dermenschlichen Temperatur, etwa warmer Jesus, kühler Buddha? Odernach der Dichte: Leere der Vollkommenheit oder Vollkommenheit derLeere? Oder nach dem Sich-selbst-finden durch Sich-selbst-verlierenim Hin-und-weg-Sein? Schließlich entstehen auch neue Lesartender Bibel, wenn sie aus buddhistischem Blickwinkel gelesen wird. Undes entstehen neue Lesarten des Buddhismus, wenn er nicht nur mit denAugen des Therawada, sondern auch des Mahayana, also des nördlichenBuddhismus gelesen wird.

Beiallem religiösen Perspektivwechsel gibt es für Hans-BerndZöllner aber einen weiteren Zwischenfall: Er entdeckt einenFixpunkt, der stets mitwandert – den Mond. Nun helfen ihm andereReiseleiter auf unbekanntem himmlischen Territorium, etwa Pink Floydmit „The dark side of the moon“ (1973) oder der berühmtesteWandsbeker, der das nach Goethes Meinung schönste deutscheAbendlied gedichtet hat, Matthias Claudius, mit „Der Mond istaufgegangen“ (1779). Zöllner macht eine großeEntdeckung: Könnte unser Zugang zur Wirklichkeit, zur Wahrheitder Wirklichkeit so sein wie unsere Beziehung zum Mond? Unermüdlichkehrt der Mond uns die eine Seite zu, aber hat er nicht auch eineRückseite, die immer mitwandert, ohne dass wir sie sehen? Undobwohl er oft nur halb zu sehen ist – „ist er doch rund undschön“? Könnten Buddha und Jesus, Christen und Buddhistennicht den einen Mond bereisen – weil die Wahrheit immer größerist als das Suchen?

Alsdie Hamburger Kunsthalle im Jahre 2005 den Wandel der romantischengemalten Seestücke von Caspar David Friedrich bis Emil Noldeausstellte, heftete sie ein Motto Nietzsches über den Eingang:„Es gibt noch eine andere Welt zu entdecken – und mehr als eine!Auf die Schiffe, ihr Philosophen!“ Auf eine solche Reise insUnbekannte nehmen die vorliegenden siebzehn Reden den Leser mit. GuteReise!

 

GerhardKöberlin Hamburg, im Herbst 2007

 

Inhalt

Vorwort (Gerhard Köberlin): OhneNeugier keine Wahrheit 7

Kapitel I
Buddhismus und Christentum 11
Vier Vorträge im Thai-DeutschenKulturzentrum Bangkok, gehalten am 7., 14., 21. und 28.Februar 1990 (Überarbeitete Nachschrift)

1: Einführung: Siddharta Gautama,Jesus von Nazareth und wir 12
2: Buddha und Christus 29
3: Dhamma und Gott 43
4: Sangha und Kirche 59

Kapitel II
Hinführung zurAlltagsmeditation 73
Vier Vorträge in derEvangelischen Akademie Hamburg, gehalten am 4. und 18. März sowieam 15. und 29. April 1993

Kapitel III
HIN & WEG 137
Hin zum Ich; weg vom Ich
Ost-westliche Geschichten und Gedankenvom Finden und Verlieren der Identität
Drei Vorträge in derEvangelischen Akademie Hamburg, gehalten am 22. September, 8. Oktoberund 24. November 1993

1: Die Leere der Vollkommenheit 138
2: Die Vollkommenheit der Leere 154
3: Hin und wieder weg 171

Kapitel IV
Buddha am Bornoder: oder: Gut alleinist schlecht. 191
Drei Auslegungen zum Kirchentag 1995gehalten vom 15. bis 17. Juni 1995

1: psalm 104, 1-35: die vier aspektegottes 192
2: exodus (2. mose) 20, 1-17: derrahmen des gebotenen 207
3: markus 10,17-27: der atemlose armereiche mann 222

Kapitel V
Die andere Seitedes Mondes 237
Drei Vorträge in derEvangelischen Akademie Hamburg, gehalten am 11. und 25. Oktober sowieam 8. November 1995

1: Kühle und Wärme –Buddha und Christus 238
2: Dhamma und Gott – Leere undFülle 258
3: Sangha und Kirche – Freiheit undVerantwortung 278

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