Meine Moleküle. Deine Moleküle.

Von der molekularen Individualität

Groth, Jürgen

Kurzübersicht

Von der molekularen Individualität
ISBN: 978-3-937231-47-1
Veröffentlicht: Dezember 2004, 1.. Auflage, Einband: Broschur, Seiten 154, Format DIN A5, Gewicht 0.2 kg
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Meine Moleküle. Deine Moleküle.

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Details

Jedes Tier - so auch jeder Mensch - besitzt seine individuelle molekulare Ausstattung. Die Bedeutung dieser Unterschiede liegt vor allem in der Unterscheidung von „Selbst“ und „Fremd“ bei der Partnerwahl und Fortpflanzung sowie bei der immunologischen Überwachung.
Gleichermaßen stellt das Erkennen von „Selbst“ eine wesentliche Voraussetzung für die Zell-Zell-Kooperation dar.

Nach einer Einführung in die Grundlagen der Molekularbiologie illustriert das vorliegende Buch anhand von Beispielen, welche Auswirkungen die molekulare Individualität auf verschiedenen Gebieten der Biologie und der Medizin hat.

 

Aus dem Inhalt:
DNS ? RNS ? Eiweiße ? Zelle ? Gene ? Genom ? Genregulation ? Mitochondriengenom
? Transkriptom ? Proteom ? Genchips ? Mutation ? Programmierter Zelltod
? Zwillinge ? Zeitmoleküle ? Antigene und Antikörper ? Schwangerschaft ?
Fremderkennung ? Transplantation ? Homing ? Klonen ? Krebs ? Normalwerte
? Gesund-Krank ? Individuelle Reaktivität ? Individuelle Therapie ? Autoaggression
? Polymorphismus ? Blut- und Gewebegruppen ? Genetischer Fingerabdruck
? Selbstinkompatibilität ? Erbkrankheiten

 

Vorwort
Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit der molekularen Vielfalt der Lebewesen. Sie findet auf der Ebene des Individuums ihren Ausdruck in der Vielgestaltigkeit molekularer Muster, die sich zeit- und funktionsabhängig ständig wandeln. Trotz dieser innewohnenden Dynamik lassen sich molekulare Strukturen beobachten, die zeitlebens ein Individuum charakterisieren und auf diese Weise unabhängig vom Zeitpunkt der Beobachtung dem Untersucher zugänglich sind.
Anhand ausgewählter Beispiele werden wir die Ursachen für die individuelle molekulare Vielfalt und ihre biologische Bedeutung kennenlernen. Dies führt uns im weiteren zu praktischen Anwendungen im Rahmen der biologischen, medizinischen und medizinisch-forensischen Praxis.
Einer kurzen systematischen Einführung in die molekularbiologischen Grundlagen schließt sich eine lose Folge von Themengebieten an, die das Phänomen der molekularen Individualität illustrieren und erklären soll. So können letztere in der Regel auch unabhängig voneinander gelesen werden.
Wer tiefer in die Thematik eindringen möchte, dem empfehle ich zwei wichtige Publikationen. Erstens ein 1998 wieder aufgelegtes Buch des Altmeisters auf dem Gebiet der molekularen Individualität, Roger J. Williams, mit dem Titel „Biochemical Individuality“ sowie das faszinierende umfangreiche Buch des Wiener Biologen Wolfgang Wieser :“Die Erfindung der Individualität“.
Als eine wichtige Fundgrube erwies sich bei der Vorbereitung des Manuskripts das Internet, das ich dem interessierten Leser sehr ans Herz legen kann. So wurden alle Internetquellen der im Text zitierten Informationen im Anhang aufgelistet.
Ein Schlagwortregister und eine Zusammenstellung von Erklärungen wichtiger Fachausdrücke beschließen den Text.
Und noch ein Wort in eigener Sache: Da beabsichtigt ist, das Manuskript im Laufe der Zeit zu aktualisieren und zu erweitern, wünsche ich mir von meinen Lesern neben rücksichtsloser Kritik vor allem Vorschläge zu neuen Themen und Inhalten, die die Qualität des Buches verbessern könnten.

Kontakt zum Autor:
Jürgen Groth
jka.groth @ web.de

 

Inhaltsverzeichnis
Vorwort  9
Makromoleküle 11
Bausteine des Lebens
Das Schlüssel-Schloss-Prinzip 12
Prinzip der molekularen Individualität
Die Zelle 13
Die Welt der geordneten Moleküle
Nukleinsäuren 17
Bausteine der Genetik
Vom Gen zum Eiweiß 20
Die Realisierung des genetischen Bauplanes
Eiweiße 24
Die universellen Träger des Lebens
Die Chromosomen - Zellteilung - Rekombination 26
Neue Vielfalt durch Rekombination
Das Genom 29
Fast aufgeklärt und nun ...?
Das Mitochondriengenom 32
Verschiedenheit aus der Vergangenheit
Genregulation 34
Dynamik der molekularen Vielfalt
Epigenetik 36
Alternative Steuerung der Vielfalt
Das Transkriptom 40
Momentane molekulare Vielfalt
Das Proteom 42
Gewaltige Aufgaben für die Zukunft
Mutationen 43
Der Zufall und die Umwelt
Polymorphismus 50
Molekulare Vielfalt an einem Genort
Der genetische Fingerabdruck 57
Molekulare Vielfalt aus der Vergangenheit modern genutzt
Eineiige Zwillinge 60
Doch molekular unterscheidbar?
Normal - Unnormal - Gesund - Krank 62
Was (wer) ist schon “normal”
Homingmoleküle 65
Wie wandernde Zellen nach Hause finden
Der programmierte Zelltod (Apoptose) 69
Alles ist endlich
Antigene - Antikörper 72
Das universelle Schlüssel-Schloß-Prinzip
Immunologische Erkennung von Selbst und Fremd 81
Meine Moleküle - Deine Moleküle
Individuelle Reaktivität 85
Jeder reagiert anders
Transplantation und Transfusion 91
Von der Natur nicht vorgesehen
Schwangerschaft 98
Der Embryo als Transplantat
Krebsmoleküle 100
Embryonale Moleküle treten wieder auf
Autoaggression 103
Ich als Du
Selbstinkompatibilität 105
Je fremder desto besser
Erbkrankheiten 108
Was du ererbt von deinen Vätern (und Müttern)
Frauen- und Männermoleküle 113
Der kleine Unterschied
Zeitmoleküle 115
Jeder tickt anders
Gäste und Trittbrettfahrer 119
Fremdes im Eigenen
Therapeutisches und reproduktives Klonen 124
Das vervielfachte Individuum
 
Individuelle Therapie 128
Medikamente maßgeschneidert?

Quellenangaben 133
Worterklärungen 139
Index 151

 

Erschienene Rezensionen

EKZ GmbH; Frank Ufen; 14.06.2005

Es gibt keine zwei Organismen, die sich nicht in der Art und Weise unterscheiden würden, auf die die Moleküle organisiert sind, aus denen sie bestehen. Das gilt sogar für eineiige Zwillinge und künstlich hergestellte Klone, die in ihrem Erbgut völlig miteinander übereinstimmen. Das Prinzip der molekularen Individualität ist biologisch von fundamentaler Bedeutung. Der Molekularbiologe Jürgen Groth arbeitet in seinem Buch u. a. heraus, welche Rolle es für die Reproduktion und Erhaltung des Lebens, bei der An- und Abschaltung von Genen, der Kooperation zwischen den Zellen, dem programmierten Zelltod, der Erkennung und Abwehr von Immunogenen, dem Ausbruch von Krankheiten und bei der sexuellen Partnerwahl spielt. Groth zeigt darüber hinaus, wie die Erkenntnisse dieser Zusammenhänge der Medizin dazu verhelfen könnten, Therapien, Medikamente und Vorbeugemaßnahmen zu entwickeln, die ganz auf die Individualität der Patienten zugeschnitten sind. - Ein hervorragendes Kompendium, dass allerdings einige Vorkenntnisse in Molekulargenetik voraussetzt. In 1. Linie für Fach- und Universitätsbibliotheken geeignet.

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