Die Lifestyle-Falle

Der Klimawandel als Chance für ein neues Lebensgefühl

Sepp Fiedler / Andreas Eickelkamp

Kurzübersicht

Der Klimawandel als Chance für ein neues Lebensgefühl
ISBN: 978-3-938807-49-1
Veröffentlicht: Dezember 2008, 2.. Auflage, Einband: Broschur, Seiten 400, Format 145 x 190 mm Französische Broschur, Gewicht 0.5 kg
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Die Lifestyle-Falle

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Details

Wir können auch anders? Nein, wir sollten es besser anders machen. Der Klimawandel führt uns mit aller Macht vor Augen, dass unser westlicher Lebensstil ausgedient hat. Hartmut Graßl, Margrit Kennedy, Rolf Kreibich und vierzehn weitere Autoren sind ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet. Aus fachlicher Sicht verdeutlichen sie die Risiken und dramatischen Folgen unseres Lifestyles und zeigen auf, welche Chancen neue, nachhaltige Lebensstile bieten. Dazu dokumentieren sie aus ihrer privaten Perspektive, wie sich der Einzelne der prekären Entwicklung entgegenstellen kann, ohne erst auf den fürsorgenden Staat zu warten. Der vorliegende Band liefert profunde Beiträge zum Diskurs darüber, wie wir künftig leben wollen.


Vorwort
Noch nie standen Klimawandel, die Endlichkeit natürlicher Ressourcen und Bedrohungs-Szenarien für die Menschheit unter so großer öffentlicher Beachtung wie zur Zeit. Was Wissenschaftlern und einer informierten Minderheit der Bevölkerung seit zwanzig Jahren bekannt ist, beschäftigt endlich nationale und internationale Politik und beherrscht die Medien. Ein Klimagipfel folgt einem Energiegipfel, eine UN-Klimakonferenz der Weltumweltkonferenz. Ist die Gefahr nun gebannt, weil sie erkannt ist? Reicht die Problemlösungskompetenz der politisch Verantwortlichen, diese Herausforderungen zu meistern?
Wir fürchten nein. Europas findigste Geister sind aufgerufen, mit Mut große und großartige Veränderungen einzuleiten. Doch man feilt an technischen Lösungen, sucht Konsens in Gesetzgebungsverfahren. Auf den Prüfstand gehört jedoch der gesamte westliche Lebensstil. Was bedeutet es denn, sich auf den Klimawandel einzustellen? Gehen wir zur Agentur für Klima wie jetzt zur Agentur für Arbeit? Wer denkt schon an Energieverbrauch, wenn es um die Karriere geht? Wie groß ist der persönliche Anteil des Einzelnen an der nötigen Klima-Vorsorge?

Es tauchen ganz neue Kriterien für die Lebensplanung auf. In diesem Buch betrachten die Autorinnen und Autoren das Thema von zwei Seiten: Zum einen belegen sie als ausgewiesene Experten, wie es um unsere Existenzgrundlagen steht, verdeutlichen Risiken und zeigen Chancen auf. Zum anderen dokumentieren sie aus ihrer privaten Lebensgeschichte, wie sich der Einzelne der verhängnisvollen Entwicklung entgegenstellen kann, ohne erst auf den fürsorgenden Staat zu warten. Die Aufmerksamkeit für zu treffende Entscheidungen zu schärfen ist Anliegen dieses Buches.

Im ersten Abschnitt fragt Edgar Göll, wie viel wir konsumieren müssen, um glücklich zu sein. Sepp Fiedler macht in seinem Beitrag Mut, sich zu einer eigenen Lebensführung zu bekennen. Lokales Handeln und regionale Geldsysteme zeigen im zweiten Abschnitt, wie man der Globalisierung entgegentreten kann. Barbara Tietze zeigt dies am Beispiel einer Seifenmanufaktur, Margrit Kennedy belegt anhand zinsfreier regionaler Geldsysteme, wie diese die nationalen Währungen ergänzen können, und Dorinha Andrade und Clóvis Zimmermann demonstrieren mit der Palmenbank in der brasilianischen Stadt Fortaleza, wie Mikrokredite Armut bekämpfen und eine solidarische Regionalwirtschaft fördern können.

Der dritte Abschnitt steht im Zeichen radikaler Utopien, die Lothar Semsch aufwirft, und einer Analyse von Erhard O. Müller, mit der er den stets unterstellten Zusammenhang zwischen Wohlstand und Wirtschaftswachstum in Frage stellt. Es folgt ein sozusagen wissenschaftlich-technischer Passus. Darin macht Hartmut Graßl eine globale Energierechnung auf und fordert, ein zweites solares Zeitalter einzuläuten. Wie sich jeder Hausbesitzer eine umweltschonende Heizungs- und Warmwasseranlage zum Nulltarif verschaffen kann, beschreibt Rolf Kreibich in seinem Artikel und legt dar, welche Maßnahmen höchster Priorität 667 Energieexperten für die kommenden zwanzig Jahre für wichtig halten. Harald Schoembs kritisiert das aktuelle Energieverbrauchs-Verhalten aus mehreren Perspektiven, und Hans Boës macht die Folgen abrupter Klimaänderungen anschaulich und stellt alltagstaugliche alternative Transportmittel vor. Wer den Beitrag von Achmed Khammas liest, erfährt von den Schwierigkeiten, neue Technologien in einem Schwellenland, hier: Syrien, zu etablieren. Ähnliches schildert Arno Paulus allerdings für Berlin, das es verpasst hat, Solarhauptstadt zu werden.

Aus einer eher persönlichen Perspektive betrachten die Autoren des letzten Abschnittes die Materie. Gerit von Leitner lässt uns einen Blick auf ungeahnte Zusammenhänge zwischen medizinischer Forschung und staatlichem Handeln werfen. Marcello Farabegoli spannt einen Bogen zwischen Physik, Philosophie, Umwelt und Kunst, und Andreas Eickelkamp untersucht die Verbindung von werbetreibender Industrie, den Massenmedien und unserem Lebensstil und stellt die Frage, ob der Mensch aufgrund seiner natürlichen Ausstattung Probleme der vorliegenden Größenordung überhaupt zu lösen vermag.

Wie man sieht, ist das Themengebiet breit gefächert, und so haben sich die Herausgeber dazu entschlossen, sich zwischen den Themenblöcken mit Zwischenrufen moderierend zu Wort zu melden. Der Designer Johannes Cremer, der auch den Buchumschlag gestaltete, erzählt mit den lose eingestreuten Illustrationen parallel zum gedruckten Wort eine eigene Geschichte. Wie ein Fährtensucher spürt er thematische Stimmungsbilder der Ökobewegung seit den 70er Jahren auf und stellt sie zu einem Moodboard zusammen. Es beginnt mit den »reinsten« Gegenständen der Zeit und fächert sich dann auf, doch jeder Leser ist eingeladen, seine eigene Vorstellung dazu zu formen.

Ein Buch wie dieses kann ohne die Mitarbeit Vieler nicht vollbracht werden. Zuerst ist es natürlich das Verdienst der Autorinnen und Autoren, die mit Engagement, Herzblut und Professionalität den Grundstock dazu legten, was an dieser Stelle besonders gewürdigt werden soll. Annette Piening und Erhard O. Müller, der auch als Autor zwischen den Buchdeckeln vertreten ist, haben die Herausgeber thematisch, konzeptionell und praktisch beraten, wofür ihnen ein außerordentlicher Dank auszusprechen ist. Weitere wertvolle Unterstützung erhielten die Herausgeber aus dem engeren beruflichen und privaten Umfeld. Bernhard Reiser vom Rhombos-Verlag danken wir für die professionelle Hilfe bei der technischen und verlegerischen Umsetzung des Buchprojekts.

Die Herausgeber
Berlin im März 2007

Die Autoren

Dorinha Andrade (geboren 1966) ist ehemalige Einwohnerin des Conjunto Palmeira. Von 1985 bis 1990 engagierte sie sich im Conjunto Palmeira in den Basisgemeinden der katholischen Kirche (CEBs – Comunidades Eclesiais de Base), in der ASMOCONP (Associação do Conjunto Palmeira) und in der PT (Arbeiterpartei). In Frankfurt hat Dorinha Andrade zusammen mit anderen Frauen die Imbradiva (Brasilianische Frauen Organisation gegen Diskriminierung und Gewalt e.V.) gegründet. Derzeit studiert sie Pädagogik an der Universität Frankfurt und arbeitet mit Menschen mit Behinderungen.

Hans Boës (geboren 1959) ist Dipl.-Ing. (Wirtschaftsingenieur), Zukunftsforscher, Filmemacher und Autor; er war wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Strahlungsanalysen bei Dr. Fritz-Albert Popp, des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung sowie des Sekretariats für Zukunftsforschung bei Professor Rolf Kreibich. Hans Boës war Inhaber des Projektcafés »DenkBar« im Haus der Demokratie in Berlin, Gesellschafter der Mobikon GbR, Hauptdarsteller im Film »Klimadetektiv« (2001). Er lebt in San Diego, USA.

Andreas Eickelkamp ist freier Journalist in Berlin und Lehrbeauftragter für Journalistik an der Universität Leipzig. Er arbeitet zurzeit an der Abteilung Journalistik an seiner Dissertation bei Professor Dr. Michael Haller zum Thema Nutzwertjournalismus. Nach seinem Biologie-Studium (Abschluss: Diplom) in Berlin und Hamburg absolvierte er von 1995 bis 1997 ein Volontariat bei der Tageszeitung »Magdeburger Volksstimme«. Anschließend arbeitete er als Redakteur in München und Hamburg, unter anderem bei der Zeitschrift »Computerbild«. Von 2002 bis 2004 folgte ein Aufbaustudium der Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig.

Marcello Farabegoli (geboren 1973 in Cesena, Italien) ist Diplom-Physiker. 1974 bis 1992 Schulzeit in Bozen (Südtirol). 1983 bis 1993 Staatliches Konservatorium in Bozen und Florenz (Klavier). 1992 bis 1996 Universität in Bologna und Florenz (Literatur und Philosophie), Auslandsjahr in Bukarest. 1996 bis 2002 Universität Wien. 2002 bis 2003 Praktika bei verschiedenen Umwelt- und Kulturorganisationen in Berlin. 2004 bis 2005 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Potsdam. Seit 2005 engagiert sich Marcello Farabegoli im Kunst- und Kulturmanagement, insbesondere mit der Leitung der Galerie oko in Berlin.

Sepp Fiedler (geboren 1955) arbeitet als Selbständiger im Bereich Energie und Kommunikation. Von 1986 bis 1989 war er in der Firmenkommunikation (Energiebranche) tätig; seit 1991 sind erneuerbare Energien sein Arbeitsfeld. Seit 2001 ist Sepp Fiedler Geschäftsführer der Solar Lifestyle GmbH. Neben einer Vielzahl kleinerer Events veranstaltet er seit 1992 Solarcafé-Auftritte: so auf der Hannover Messe 1995, im ZDF-Fernsehgarten 1996, bei Schaustelle Berlin 1998, Deutsches Technikmuseum Berlin 1999 bis 2005, EXPO 2000, Café Solar auf der Renewables 2004 in Bonn. Den Solarobelisk als Multimediaobjekt in Deutschland und Österreich betreibt er seit 2004. Berliner Umweltpreis 1995; Multimediapreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung 1997.

Dr. Edgar Göll (geboren 1957), hat einer kurzen Tätigkeit als Werkzeugmacher auf dem zweiten Bildungsweg Soziologie, Verwaltungswissenschaften und Sozialwissenschaften in Bielefeld, Madison/USA, Speyer, Berlin und Göttingen studiert und anschließend promoviert. Seit 1995 ist Göll wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) in Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte: nachhaltige Entwicklung, Lokale Agenda 21 und Zukunftsforschung. Er arbeitet an der Zeitschrift »Zukünfte« mit, ist Gründungsmitglied des Vereins Berlin 21 (inklusive der Vorläufergremien) und war Sachverständiger in den Enquetekommissionen des Abgeordnetenhauses Berlin zum Thema Nachhaltigkeit. Edgar Göll absolvierte Forschungsaufenthalte in Wien, Salzburg und Washington, D.C. Er ist Mitglied am Runden Tisch »Allianz Nachhaltigkeit Lernen« (UNESCO-Dekade »Bildung für Nachhaltige Entwicklung«).

Prof. Dr. Hartmut Graßl (geboren 1940), emeritierter Direktor des Max-Planck-Institutes für Meteorologie in Hamburg und emeritierter Professor der Universität Hamburg, Meteorologisches Institut. Von 1992 bis 1994 sowie von 2001 bis 2004 war Prof. Graßl Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Bundesregierung Globale Umweltveränderungen. 1966 machte er seinen Abschluss als Diplomphysiker an der Universität München. Nach seiner Promotion 1970 habilitierte er sich 1978 an der Universität Hamburg. Nach Stationen in Mainz und Hamburg war er von 1981 bis 1984 Professor für Theoretische Meteorologie am Institut für Meereskunde der Universität Kiel. 1984 wechselte er als Leiter des Instituts für Physik zum GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht. 1988 nahm Hartmut Graßl eine Professur am Meteorologischen Institut der Universität Hamburg an und wurde Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie. Von 1994 bis 1999 Direktor des Weltklimaforschungsprogrammes in Genf, kehrte er 1999 nach Hamburg zurück; Emeritierung 2005. Seine Forschungsgebiete sind weiter Fernerkundung, Aerosole und Klima sowie der globale Klimawandel.

Achmed Adolf Wolfgang Khammas (geboren 1952): aufgewachsen in Berlin und Damaskus; fast hätte er das Abitur verpasst, da er 1969 den ersten Schallplattenladen für Rockmusik in Damaskus aufmachte. Anschließend Praktikum Flugzeug-und Raketentechnik bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm. Bis 1976 freier wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Brennpunkt Systemtechnik, Konplan und TU-Transfer, alle Technischen Universität Berlin. Projektarbeit im »Zentrum Berlin für Zukunftsforschung«. Seit 1975 Beschäftigung mit Religion und Energie, 1977 bis 1989 Leitung des Büros Dipl.-Ing. M. Khammas in Damaskus. Ab 1980 Entwicklung und Herstellung solarthermischer Systeme. Seit 1981 zertifiziert als Übersetzer und Dolmetscher. Durchführung von Ausstellungen in Syrien sowie Experimente mit chemiefreier Obstbaum-Landwirtschaft und dem Einsatz von Windenergie. 1986 Patentierung einer aerodynamischen Struktur eines Rotors (geschlitztes Rotorblatt), 1992 Entwicklung eines High-Tech-Ventilations-Designs. 1995 Bruchlandung mit dem Projekt »Airship over the wrapped Reichstag«. 1995 bis 1996 Marketingberater der Hanfhaus GmbH. 1999 bis 2000 Planung, Organisation und Durchführung der Veranstaltung ID22, Festival für Ökologie-Kultur-Gemeinschaft im Rahmen von URBAN 21. Seit 2002 hauptberuflich Dolmetscher und Übersetzer. Kulturelle Brückschläge bei Symposien, Seminaren, Vorträgen und Ausstellungen; diverse Veröffentlichungen; Seite zur Erneuerbaren Energie www.buch-der-synergie.de.

Prof. Dr. Margrit Kennedy (geboren 1939) ist Autorin des Buches »Geld ohne Zinsen und Inflation«. Sie hält Vorträge, wie der ökonomische Analphabetismus überwunden und das Geldsystem von einem beherrschenden zu einem dienenden Instrument umgewandelt werden kann. Die gelernte Architektin, Stadt- und Regionalplanerin arbeitet in Deutschland, Nigeria, Schottland und den USA. Im Auftrag der UNESCO und der OECD untersuchte und entwickelte sie Konzepte für Schulen als Gemeinschaftszentren. Nach fünfjähriger Tätigkeit als Leiterin der Forschungsabteilung »Ökologie und Energie« im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Berlin 1987 lehrte und forschte sie von 1991 bis 2002 als Professorin für »Technischen Ausbau und Ressourcensparendes Bauen« an der Universität Hannover. In ihrer Doktorarbeit in »Public and International Affairs« betrachtet sie das Geld als eine »Öffentliche und Internationale Angelegenheit«. Schwerpunkt ihrer heutigen Arbeit sind die Einführung und Erprobung regionaler Tauschmittel. Ihr aktuelles Buch heißt »Regionalwährungen – neue Wege zu nachhaltigem Wohlstand«.

 

Prof. Dr. Rolf Kreibich (geboren 1938) ist Physiker und Soziologe. Der Professor für Soziologie der Technik, Technikfolgenabschätzung und Zukunftsforschung leitet seit mehr als zwei Jahrzehnten das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin (ITZ) und das Sekretariat für Zukunftsforschung in Dortmund (SFZ). 1965-69 Leitung des Instituts für Soziologie der Freien Universität Berlin, 1969-76 Präsident der FU Berlin. Als Zukunftsforscher befasst sich Kreibich u. a. mit zukunftsfähigen Energieträgern, Informationstechniken, Mobilität und Verkehr, Innovationsstrategien, Technikbewertung sowie demographischen Entwicklungen und der Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft. 1996 erhielt Kreibich den B.A.U.M.-Umweltpreis. Er war von 1989 bis 1999 Mitglied der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park in Nordrheinwestfalen. 2003 wurde er in die Sachverständigenkommission der Bundesregierung »Zukunft und Potentiale des Alters« berufen.

Dr. Gerit von Leitner (geboren 1941), Studium der Archäologie und Geschichte in München (Promotion zur Dr. phil. 1965) und Athen. Archäologin und Fotografin in Griechenland und Deutschland. Ab 1973 Erzieherin im Kinderladen und Zweitstudium Erziehungswissenschaften in Köln (2. Staatsexamen 1976). Lehrtätigkeit an der Hauptschule und parallel dazu Lehrauftrag für Film an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln (19751987). Seit 1979 freie Film- und Hörfunkproduktionen. Seit 1987 lebt und arbeitet Gerit von Leitner wieder in Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen. Wichtigste Ehrungen: »Brisantestes Wissenschaftsbuch« (Die Zeit) 1993; Carl-von-Ossietzky-Medaille 2003.

Erhard O. Müller (geboren 1955) ist Vorstandsmitglied von »Netzwerk Zukunft« und Mitglied des Koordinationsausschusses des »Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement« (BBE). In früheren Jahren Gründungsmitglied der Partei »Die Grünen« und des ostdeutschen Pendants »Bündnis90«, ist er heute in zahlreichen bürgergesellschaftlichen Organisationen engagiert. Darüber hinaus ist Erhard O. Müller Chefredakteur der »Zeitschrift für direkte Demokratie« sowie von »Zukünfte – Zeitschrift für Zukunftsgestaltung und vernetztes Denken«. Im Rahmen der Berliner Agenda 21 moderiert er die Fachforen »Partizipation« und »Zukunft der Arbeit«.

Arno Paulus (geboren 1951). Von 1971 bis 1976 Studium der Architektur und Stadtplanung an der Hochschule der Künste Berlin. Anschließend Beratertätigkeit im Bustourismus. Er begann sich 1987 kritisch mit Energie, Mobilität und Geschwindigkeit auseinander zu setzen. 1990 Gründung des Vereins zur Förderung der Solarenergie in Verkehr und Sport e. V. Seit 1990 konzipiert und organisiert Arno Paulus Ausstellungen, Konferenzen und Solarmobil-Veranstaltungen. 1992 Ausarbeitung eines Kriterienkatalogs für die Beurteilung von Solar-Elektrofahrzeugen für die Stiftung Warentest. Entwurf einer Energieeffizienzprüfung und Entwicklung der Regularien für SolarMobil-Wettbewerbe für den Bundesverband SolarMobil und International Solarcar Federation, Zürich. Beobachter bei Wettbewerben wie WSC Australien, WSC Akita Japan, Tour de Sol Schweiz. Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Solarenergie und SolarMobil. 1995 Ideenwerkstadt Tempodrom, Gründung von SolarPolis, Berlin (www.solarpolis.de). 1997 Entwicklung des dezentralen Expo-Projekts »21 Brücken in das Solarzeitalter«. 2000 bis 2007 Betrieb eines Solarschiffs für Stadtrundfahrten in Berlin. Derzeit bietet er tägliche Stadtführungen in Berlin zum Thema »Das solare Regierungsviertel« an.

Dipl.-Physiker. Dr. Harald Schoembs (geboren 1943), Kerntechniker, Reaktoroperateur. Nach seinem Studium der Physik, Erziehungswissenschaften und Hochschuldidaktik in Berlin war er als wissenschaftlicher Assistent und Leiter von Lehrgängen zur Umweltberatung tätig. Seit 1985 ist Dr. Schoembs wissenschaftlicher Angestellter im Umweltbundesamt in den Bereichen Schadstoffemissionen und thermische Abfallbehandlung – sowie seit 1999 im Bereich Umweltbildung. Seit dem Jahr 2005 ist er in Altersteilzeit. In den 1990er Jahren hat er als freier Mitarbeiter für Umweltbildung bei der Schering AG, der Senatsverwaltung für Schule, Berlin, sowie bei diversen Volkshochschulen und Bildungsträgern vor allem im Raum Berlin-Brandenburg gearbeitet.

Lothar Semsch (geboren 1953) absolvierte nach einer Verwaltungslehre beim Senat von Berlin und den Verkehrsbetrieben ein Regierungs-Inspektoren-Studium an der Fachhochschule für Verwaltung-und Rechtspflege in Berlin. Bevor er hier Verwaltungsleiter, Lehrbeauftragter und Staatsprüfer wurde, leitete er an der Verwaltungsakademie die Bereiche Haushalt, Finanzen, Wirtschaft sowie als Stellvertreter den Bereich Stadterneuerung. Neben der beruflichen Erwachsenenbildung arbeitete er in der gewerkschaftlichen Jugendbildung und Personalvertretungsarbeit mit. Nach einem Ökologie-Studium zum Dipl.-Ing. an der Technischen Universität Berlin war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin im Rahmen der Berlin-Forschung. Zehn Jahre hauptamtlicher Leiter und Geschäftsführer des Naturschutzzentrums Berlin. Seit 2000 selbständiger ökologischer Unternehmensberater für Zukunftskonzepte. 1991 Aufbau eines Ökowerk-Schulschiffes auf der Havel. 1992 Gründer der internationalen Bildungs-, Begegnungs- und Tagungsstätte Ökowerk Schloss Tornow in Brandenburg.

Prof. Barbara Tietze (geboren 1944) studierte Psychologie an der Universität Hamburg. Dort war sie auch sechs Jahre lang als Assistentin im Bereich der Angewandten Psychologie tätig. Seit 1976 hat Barbara Tietze eine Professur für Ergonomie an der Universität der Künste Berlin im Studiengang Industrial Design mit dem Arbeitsschwerpunkt »Angewandte Komfortforschung« inne. Zahlreiche Ausstellungen, Fernsehfilme, Buchbeiträge sowie Bücher und Artikel in Fachzeitschriften in deutscher, englischer, italienischer, katalanischer und dänischer Sprache.

Dr. Clóvis Zimmermann (geboren 1969) ist Dozent der Politikwissenschaft an der Universität Unimontes in Montes Claros, Brasilien, Nach einem Soziologie-Studium in Porto Alegre (Brasilien) und Heidelberg schrieb er von 2000 bis 2004 eine Doktorarbeit an der Universität Heidelberg zum Thema »Bürgerbeteiligung und Stadtplanung in brasilianischen Großstädten: Das partizipatorische Stadtplanungsmodell von Porto Alegre im Vergleich zum sozialtechnokratischen Modell von Curitiba«. Im Jahr 2005 arbeitete er als Referent für Sozialpolitik und die Menschenrechte bei der Nicht- Regierungsorganisation FIAN Brasil in Goiânia, Brasilien.

 


Inhalt
Vorwort ..................... 9

Edgar Göll

Zukunftsfähiger Lebensstil – zum Glück ........ 15

Sepp Fiedler

Vom Nutzen nahe liegender Lösungen ...... 33
Erster Zwischenruf ................ 57

Barbara Tietze

Wirtschaften in Zeiten des Minuswachstums ........... 61

Margrit Kennedy
Geldsystem und Solarlifestyle ................ 79

Dorinha Andrade, Clóvis Zimmermann

Solidarisches Handeln und die solidarische
Ökonomie: Die Erfahrung der Palmenbank in
Fortaleza, Brasilien ........................... 113
Zweiter Zwischenruf ........................ 127

Lothar Semsch

Zukunftsmodelle braucht das Land –
eine radikale Utopie ......................... 129

Erhard O. Müller

Die Wachstums-Neurose ist heilbar ......................... 151
Dritter Zwischenruf ....................... 165

Hartmut Graßl

Das zweite solare Zeitalter ...................... 169

Rolf Kreibich

Heizung und Warmwasser zum Nulltarif –
eine Win-Win-Strategie für jedermann:
Ein praktischer Beitrag zu einer neuen
europäischen Energiestrategie ........................ 181

Harald Schoembs

Energiebewusstsein und Lebenspraxis ...................... 203

Hans Boës

Wir haben den Heizungsregler gefunden ................ 237

Achmed A. W. Khammas
Energie und Innovation –
in Syrien und anderswo ......................... 271

Arno Paulus

Solarhauptstadt Berlin? ...................... 293
Vierter Zwischenruf ..................... 309

Gerit von Leitner

Die mich als verirrtes Schaf belächeln ..................... 313

Marcello Farabegoli

Zwischen Physik und Kunst –
Nachhaltige Versöhnungsversuche ............................ 331
Andreas Eickelkamp
Schöne Aussichten –
oder vom Dilemma der menschlichen Natur ........ 359
Anmerkungen ..................... 369
Literatur .............................. 375
Die Autoren................ 381

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