| Klimaforschung | 28.04.2008 |

Die Autoren, der Greifswalder Professor für Analytische Chemie und Umweltchemie, Fritz Scholz, und Dr. Ulrich Hasse, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl, verweisen in ihrem Beitrag auf das Prinzip der Photosynthese, die in allen grünen Pflanzen abläuft. Hierbei wird Kohlendioxid der Atmosphäre entzogen und damit Biomasse gebildet. In Bäumen entsteht hauptsächlich Holz (Zellulose und Lignin). Sowohl in den gemäßigten Gebieten Europas als auch in den Subtropen und Tropen bieten sich nach Auffassung der Wissenschaftler günstige Bedingungen für Aufforstungen von Flächen an, die bisher nicht landwirtschaftlich genutzt werden und als Brachland verfügbar wären. Dem Vorschlag zufolge muss das dort wachsende Holz dann anaerob (das heißt unter Sauerstoffausschluss), zum Beispiel auf dem Boden von Braunkohlentagebauen oder anderen geeigneten Bergbaubetrieben eingelagert werden. Im Verlauf der der Holzeinlagerung können nur ganz langsame Verkohlungsprozesse ablaufen, die den im Holz enthaltenen Kohlenstoff jedoch weiter gebunden lassen, das heißt der Wertstoff Holz bleibt nur wenig verändert erhalten. Der wertvolle Rohstoff, der auf diese Weise eingelagert wird, könnte für zukünftige Zeiten aufgespart werden, in denen möglicherweise einmal bessere Technologien für seine Nutzung zur Energiegewinnung zur Verfügung stehen werden.
Nach Aussage der Greifswalder Wissenschaftler weist das neue Verfahren neben einem günstigen Massenverhältnis (eine Tonne Holz entspricht etwa 1,8 Tonnen Kohlendioxid) auch den weiteren Vorteil auf, dass es ökonomisch viel günstiger sei als alle bisher bekannten oder geplanten Verfahren, wie zum Beispiel die sogenannte Kohlendioxid-Sequestierung, bei der Kohlendioxid deponiert wird, das beispielsweise in Kraftwerken entstanden ist.
Literatur:
Scholz, Fritz; Hasse, Ulrich: Permanent Wood Sequestration: The Solution to the Global Carbon Dioxide Problem (p NA). In: “ChemSusChem – Chemistry and Sustainability”. Published Online: Apr 8 2008. DOI: 10.1002/cssc.200800048
Abstract: http://www3.interscience.wiley.com/journal/117954537/abstract
Kontakt: Prof. Dr. Fritz Scholz, Lehrstuhl für Analytische Chemie und Umweltchemie, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Universität Greifswald, Felix-Hausdorff-Straße 4, D-17487 Greifswald, Tel. 03834.86-44 50, Fax -86-44 51, eMail: fscholz@uni-greifswald.de, Internet: http://www.chemie.uni-greifswald.de/~analytik/, http://www.uni-greifswald.de.