Rhombos-Online-Nachrichten (RON)
26.02.2010
Kategorie: Life Sciences

Krebsstatistiken in Deutschland

Berlin (26.02.2010). Das Robert Koch-Institut bringt zwei Publikationen über Krebserkrankungen in Deutschland heraus. Die Neuerscheinung „Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland“ enthält Schätzungen zur Zahl der Menschen, die derzeit an bestimmten Krebsformen erkrankt sind. Die zweite Publikation ist eine Neuauflage von „Krebs in Deutschland“ und ist in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) entstanden .Sie enthält Schätzungen zu Krebsneuerkrankungen von 1980 bis 2006 und erstmals auch Prognosen für das Jahr 2010. Es wird ein Datenüberblick von Erkrankungs- und Sterberaten, Risikofaktoren, Trendverläufe sowie Überlebensaussichten für ausgewählte Einzellokalisationen gegeben.

Bezogen auf das Jahr 2010 leben demnach in Deutschland circa 1,45 Millionen Menschen, die in den zurückliegenden fünf Jahren an Krebs erkrankt sind. Diese Zahl ist seit 1990 um 40 Prozent bei den Frauen und um 90 Prozent bei den Männern gestiegen. Einen Grund für den Anstieg sehen die Forscher im demografischen Wandel der Gesellschaft. Die höhere Lebenserwartung der Menschen führt dazu, dass die Zahl älterer Menschen zunimmt. Mit steigendem Alter wächst auch die Rate der Krebserkrankungen. Aber auch verbesserte Überlebensaussichten aufgrund des medizinischen Fortschritts und höhere Erkennungsraten aufgrund verstärkter Vorsorgemaßnahmen wirkten sich auf das Zahlenwerk aus, so die Forscher.Die deutliche Zunahme der Krebserkrankungen bei den Männern ist nach Auffassung der Wissenschaftler auch eine Folge des Zweiten Weltkriegs. Aufgrund der hohen Zahl gefallener Soldaten gab es in Deutschland lange Zeit vergleichsweise wenig ältere Männer. Nach Meinung der Forscher wird die prognostizierte Entwicklung zu einer stetigen Belastung des Gesundheitswesens führen.Die Zahl der Krebsneuerkrankungen lag im Jahr 2006 bei etwa 430.000 Menschen, seit 1990 ist diese Zahl um fast 30 Prozent gestiegen. Für das Jahr 2010 erwartet das Robert Koch-Institut eine Zunahme von rund 450.000 Krebsfällen. Die bundesweiten Krebserkrankungen können bisher nur geschätzt werden, da für einige Bundesländer noch keine vollzähligen Meldungen von den Krebsregistern vorliegen. Epidemiologische Krebsregister sind unverzichtbar, um Basisdaten unter anderem für die Suche nach Ursachen von Krebs oder für die Anforderung an Versorgungsmaßnahmen zu erhalten. Im Jahr 2009 wurde deshalb das Bundeskrebsregisterdatengesetz in Kraft gesetzt. Die Bundesländer sind seither verpflichtet, dem Robert Koch-Institut flächendeckende und vollzählige Angaben aus den Landeskrebsregistern zu übermitteln. Umgekehrt sollen die bundesweit aufbereiteten Daten den Ländern zur Verfügung gestellt und auch an Dritte für wissenschaftliche Auswertungen weitergegeben werden. Die Veröffentlichungen sind im Internet abrufbar und können kostenlos bestellt werden bei RKI, GEKID und den Krebsregistern der Länder.(cb)rki_krebs.jpgLiteratur:Robert Koch Institut (Hrsg.): Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland. Entwicklung der Prävalenzen zwischen 1990 und 2010. Eine Veröffentlichung des Zentrums für Krebsregisterdaten am RKI, Berlin 2010 (ISBN 978-3-89606-208-6)Download (PDF)Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. Eine gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., 7. Ausgabe, Berlin 2010 (ISBN 978-3-89606-207-9)Download (PDF)Kontakt: Robert Koch-Institut, Nordufer 20, D-1335 Berlin. Tel.:030.18754-2239,-2562,-2286 Fax: 030.18754-2265, eMail: presse@rki.de, Internet: www.rki.de.Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister in Deutschland, Internet:  www.gekid.de